Finnland Februar 2026
31. 01.2026: Anreise
Am 31. Januar traf sich unsere 10-köpfige Reisegruppe am Frankfurter Flughafen. 23 kg Gepäck durften wir mitnehmen. In mehreren Treffen hatten wir zusammen eine Packliste erstellt, die deshalb so wichtig war, weil uns in Finnland Temperaturen zwischen -20 und -30 Grad Celsius erwarteten. Mit Thermoschuhen und Thermojacken ausgestattet ging für uns die Reise los. Unser erster Flug mit Finn Air führte uns von Frankfurt in die finnische Hauptstadt Helsinki. Dieser Flug dauerte etwa zweieinhalb Stunden. Nach einem einstündigen Zwischenhalt ging es für uns noch weiter in den Norden, in die diesjährige europäische Kulturhauptstadt Europas, nach Oulu. Schon von oben konnten wir bei Sonnenuntergang die herrliche Landschaft Finnlands bestaunen. Der Flug dauerte etwas länger als eine Stunde und in Oulu angekommen, hatten wir zum ersten Mal eine Ahnung, wie kalt sich -25 Grad anfühlen.
Zum Glück kam unser Taxi schon bald und brachte uns zu unserer Unterkunft „Hostel Cafe Huvila“.
31. 01.2026: Oulu
Gegen Einbruch der Dunkelheit am 31. Januar sind wir in Oulu, der Kulturhauptstadt 2026 gelandet, die am nördlichen Ende der Ostsee liegt. Nachdem wir mit dem Taxi zu unserem Hostel gefahren sind, haben wir uns erst einmal mit Essen gestärkt, bei dem wir direkt schon eines der beliebtesten finnischen Gerichte probieren durften: Die Lachssuppe. Die ist uns noch ziemlich oft während unseres Aufenthaltes in Finnland begegnet. Nach dieser leckeren Stärkung sind wir dann abends eine Runde spazieren gegangen in der Hoffnung Nordlichter zu sehen. Leider hatten wir kein Glück. Die Temperatur betrug an diesem Abend unglaubliche -25 Grad, doch warm eingepackt, konnten wir die herrliche schneebedeckte Landschaft richtig genießen.
01.02.2026: Oulo
Bevor unsere Stadtführung startete, hatten wir die einmalige Gelegenheit bei herrlich klarem und kaltem Wetter einen Spaziergang auf der gefrorenen Ostsee zu unternehmen und vom Meer aus den Blick auf Oulu zu genießen. Natürlich durfte eine Schneeballschlacht und diverse „Schneeengel“ nicht fehlen.
Während unserer Stadtführung erfuhren wir viel über die Geschichte und die Bewohner Oulus, wie zum Beispiel die Bedeutung der berühmten Polizeistatue namens „Toripolliisi“, die unser erster Halt war. Hier lernten wir, dass die Statue einem Polizisten gewidmet wurde, der früher auf dem Marktplatz für Ruhe und Ordnung sorgte und sich dabei mit den Bewohnern und Marktbeschickern Oulus unterhielt. Nachdem dieser Dienst auf dem Marktplatz in den 1980er Jahren eingestellt wurde, fehlte den Einwohnern die Anwesenheit des Toripollissi und so bekamen sie diese Bronzestatue. Nach unserer zweistündigen Stadtführung durften wir in das „Valkea Shopping Centre“ von Oulu gehen, um uns dort ein wenig aufwärmen und shoppen zu können. Anschließend folgte ein Besuch im Oulu Art Museum, wo es zur Zeit eine große Ausstellungen über die Kunst und das Leben der Sami, den Ureinwohnern Lapplands, zu sehen gibt.
02.02.2026: Oulo
Am Vormittag des 2. Februars besuchten wir die Oulo Public Library, die für uns aufgrund ihrer Größe und des vielfältigen Angebots eine absolute Faszination war. Nach unserem Besuch in der Bibliothek ging es wieder zurück zu unserem Hostel, wo wir unsere Sachen zusammenpackten. Der Abschied vom Hostel fiel uns allen schwer, da wir alle begeistert von der landestypischen Einrichtung des Hauses und der leckeren, mit viel Liebe hergestellten Mahlzeiten waren. Bei uns allen hinterließ es aufgrund seiner Möblierung ein „märchenhaftes“ Gefühl. Gegen 12 Uhr wurden wir dann von Kati, der Lehrerin unserer Partnerschule, abgeholt und ein Bus brachte uns dann zu unserer Partnerschule in Haapavesi. Während der etwa eineinhalbstündigen Fahrt wurden wir immer aufgeregter und freuten uns schon sehr auf das nächste Erlebnis.
Bericht von Emely Roszyk, 9c
02.02. - 06.02.2026: Unsere Schulwoche in Hapavesi
Vor zwei Wochen durfte ich eine besondere Erfahrung machen. Ich verbrachte neun Tage in Finnland und besuchte davon fünf Tage lang eine finnische Schule. Diese Schulwoche war voller aufregender Aktivitäten und schöner Erlebnisse.
Montag: Am Montag wurden wir gegen Mittag sehr herzlich an der Schule empfangen. Da der Schultag fast vorbei war, erhielten wir eine Führung durch das Schulgebäude und lernten die finnischen Schülerinnen und Schülern kennen. So bekamen wir bereits einen ersten Eindruck von unserer Partnerschule.
Dienstag: Der Dienstag begann mit einem „Get to know each other“, bei dem wir uns besser kennenlernen konnten. Anschließend nahmen wir am Unterricht teil und durften erleben, wie in Finnland unterrichtet wird. Nach dem Mittagessen, das es schon um 10.50 Uhr gibt und für alle Schülerinnen und Schüler kostenlos ist, gingen wir alle zusammen zu einem nahegelegenen, zugefrorenen See zum Eislaufen. Zurück in der Schule arbeiteten wir dann alle zusammen an unserem gemeinschaftlichen Projekt „My dream school“.
Mittwoch: Am Mittwoch stand ein Tagesausflug nach Kokkola auf dem Programm. Dort besuchten wir eine Rentierfarm. In einer kleinen gemütlichen Hütte bekamen wir zunächst etwas Leckeres zu essen, bevor uns die Inhaberin zu den Rentieren führte. Es war beeindruckend, diese Tiere aus nächster Nähe zu sehen. Hinter der Farm gab es einen kleinen Hügel, der sich hervorragend zum Schlittenfahren eignete. Im Anschluss hatten wir noch etwas Zeit, um in Kokkola shoppen zu gehen.
Donnerstag: Der Donnerstag war besonders abwechslungsreich. In den ersten beiden Stunden nahmen wir am Hauswirtschaftsunterricht teil und bereiteten zusammen mit unseren finnischen Partnerschülerinnen und -schülern typische finnische Spezialitäten zu: Runeberg’s Cake und Karjalanpiirakka (Karelische Piroggen). Anschließend nahmen wir die Arbeit an unserem Gruppenprojekt wieder auf und durften danach erneut eine Unterrichtsstunde besuchen. Zum Abschluss des Tages gingen wir im „Snowland“ Schlitten fahren, was sehr viel Spaß gemacht hat. Zur Stärkung gab es in einer kleinen Hütte Würstchen, die wir über dem Lagerfeuer grillen konnten und leckere Marshmallows.
Freitag: Am Freitag hatten wir zunächst Unterricht. Die finnischen Schülerinnen und Schüler brachten uns einige Wörter auf Finnisch bei, während wir ihnen einige Wörter auf Deutsch beibrachten. Das hat uns allen sehr viel Spaß gemacht. Nach dem Mittagessen fand die Abschlusspräsentation unseres Projekts „My dream school“ statt. Besonders beeindruckend war der Ball, der von den Abschlussklassen organisiert wurde, es fühlte sich fast wie ein Musical an. In der letzten Stunde nahmen wir noch an einer sehr spannenden Musikstunde teil und spielten dabei selbst ein Instrument.
Am Abend fand unsere Abschiedsfeier statt. Wir aßen gemeinsam Pizza, sangen Karaoke und viele von uns mussten beim Abschied weinen. Diese Woche in Finnland war eine einzigartige Erfahrung, die ich genauso wenig wie all die unfassbar tollen Menschen nie vergessen werde.
Bericht von Leni Bäcks, 9b
Ein Vergleich zwischen unserer finnischen Partnerschule und deutschen Schulen
Wie man schon bereits weiß, sind Schulen nicht überall gleich und deswegen gibt es hier den direkten Vergleich aus meiner persönlichen Sicht.
Der Unterricht in Finnland fängt später an und dauert länger. Die Schule geht hier von 9 bis 15 Uhr, anstatt von 7.40 bis 12.50 Uhr wie bei uns. Der Schultag ist zwar länger, fühlt sich aber tatsächlich kürzer an, als er eigentlich ist. Ich glaube das liegt an den vielen Pausen, die es dort gibt, nämlich eine 10–15 Minuten Pause nach jeder Stunde mit zwei „großen“ Pausen, in denen es einmal warmes Mittagessen und einmal einen „Snack“ (z. B. Knäckebrot mit Butter und Saft) gibt. Bei uns gibt es im Gegensatz dazu nur zwei 15-Minuten-Pausen und immer zwei Stunden direkt nacheinander.
Besonderheiten im Unterricht Ebenfalls ein schönes Beispiel für die Unterschiede zwischen den Schulen ist der Unterricht an sich. Während wir in Musik über andere Länder und deren Musik oder Komponisten und deren Leben lernen, lernen die Finnen in ihrer Schule Instrumente kennen und wie man sie spielt. Wir hatten an unserem letzten Schultag auch die Möglichkeit, ein Instrument unserer Wahl auszuprobieren. Ebenfalls etwas Cooles – zumindest empfand ich das so – ist „Student Counciling“. Im Prinzip lernt man sich dort mit zum Beispiel Online-Quiz- Fragen, etc. selbst besser kennen bzw. einzuschätzen. Der Unterricht war zwar auf Finnisch, aber auf Deutsch wäre es bestimmt cool zu haben.
Atmosphäre und Ausstattung Im Gegensatz zu uns haben die Finnen aber keinen Klassenleiter. Ebenfalls cool fand ich, dass die Finnen (zumindest in der Schule, in der wir waren) keine Schuhe getragen haben, was sich mehr wie zu Hause angefühlt hat und die Schule sauberer gehalten hat. Auch positiv zu erwähnen ist, dass die Klassensäle hell, offen, schön dekoriert, modern und technisch sehr weit vorangeschritten waren. Alle Kinder hatten einen Laptop, der ihnen von der Schule bereitgestellt wurde, was ich ebenfalls in Deutschland begrüßen würde.
Fazit Um zum Schluss zu kommen und zum wahrscheinlich besten Punkt für alle (oder zumindest so ziemlich alle Lehrerinnen und Lehrer: Die Finnen haben kleinere Klassen, 20 anstatt 30 Schüler, als wir, und die Schüler können in ihrem eigenen Tempo lernen. Das ermöglicht den Lehrern, denen zu helfen, die es wirklich brauchen.
Bericht von Summer Pennington, 9b
Unser Ausflug zu den Rentieren
Unser Ausflug am 04.02.26 nach Kokkola zur Rentierfarm war ein unvergessliches Erlebnis und mein persönlicher Lieblingsausflug. Am Morgen fuhren wir mit dem Bus etwa zwei Stunden von Haapavesi nach Kokkola. Dort angekommen haben wir in einem gemütlichen kleinen Restaurant zu Mittag gegessen. Es gab leckere Lachs- und Rentiersuppe sowie frischen Salat. Anschließend sind wir zur Rentierfarm aufgebrochen, wo uns etwa zehn süße Rentiere erwarteten. Wir durften sie streicheln und sogar ins Gehege hineingehen. Während wir mit den Rentieren kuschelten und tolle Fotos mit ihnen machten, erzählte uns die Farmleiterin mehr von ihnen, ihrer Herkunft und ihrer Haltung.
Besonders aufregend war im Anschluss an den Besuch im Rentiergehege die Fahrt mit einem besonderen Schlitten auf den man steht und ihn durch Gewichtsverlagerung lenken kann. Das Beste daran war, dass man noch einen Mitschüler mitnehmen konnte, da es auf diesem Schlitten auch noch einen Sitzplatz gibt. Außerdem konnten wir Gruppen-Ski ausprobieren, auf denen sechs Personen gleichzeitig gemeinsam Ski fahren konnten. Das war ein großer Spaß und nicht selten landete man im Schnee. Vor Ort waren auch zwei kleine Hunde die, wenn man Schnee warf, coole Sprünge hingelegt haben. Danach sind wir am kleinen Hügel der Farm Schlitten gefahren und haben Boards ausprobiert, die ans Snowboarden erinnern. Dieses Erlebnis war wirklich einzigartig. Zum Abschluss hatten wir noch Zeit in einer kleinen Mall in Kokkola zu stöbern, der Kauppakeskus Chydenia, wo wir 45 Minuten Zeit zum Einkaufen und Entdecken hatten, bevor wir wieder mit dem Bus zurückfuhren. Dieser Tag in Kokkola wird uns allen in Erinnerung bleiben.
Paula Hautz, 9b
Ausflüge in Haapavesi
Wir haben mit den Schülern aus Finnland viele schöne Ausflüge gemacht, die alle viel Spaß gemacht haben.
Da wir schon vorab den Wunsch geäußert hatten auf einem gefrorenen See Schlittschuh laufen zu können, haben die Finnen das netterweise möglich gemacht und mit dem weiteren Wunsch Eisfischen zu probieren, direkt zusammengelegt. Schlittschuhe, Helme und die Ausrüstung zum Eisfischen wurden uns freundlicherweise aus dem Schulfundus zur Verfügung gestellt. Der Blick über den zugefrorenen See am Fuß des Berges, auf dem die Schule gebaut war, war wirklich schön. Zum Schlittschuhlaufen gab es auf dem See eine breite Spur, die extra geräumt war.
Da ich mit dem Schlittschuhlaufen angefangen hatte, war weniger Zeit für das Eisfischen. Soweit ich weiß hat auch leider niemand etwas gefangen, riesigen Spaß gemacht, hat es aber trotzdem. Es sah es sehr faszinierend aus und es war sehr cool zuschauen zu können.
An einem anderen Tag durften wir auch mit den finnischen Schülern zu einem nahegelegenen Berg zum Schlittenfahren gehen. Es war so cool dort rodeln fzu können und den anderen dabei zuzusehen. Mehrere deutsche und finnische Schüler sind sogar auf die Idee gekommen eine Art Schlittenkreis zu machen. Sie haben sich auf Matten gesetzt und haben sich gegenseitig festgehalten und sind dann den Berg hinunter gerutscht. Das ist nicht ganz so gut gelaufen wie es sich alle vorgestellt hatten, weil die Matten nicht in einem Kreis geblieben sind und sie dann eher in einer Linie als einem Kreis runter geschlittert sind. Es war aber super lustig mit anzusehen 😂. Einer von unseren deutschen Schülern hat es sogar geschafft über eine kleine natürliche entstandene Rampe zu springen. Als er aufkam, hat man das auch bis oben auf dem Berg gehört. Er hat sich dabei nicht verletzt und meinte auch, dass es voll cool war über die Rampe zu springen. Nachdem wir gut eine Stunde oder länger alle sehr oft runtergeschlittert sind, haben wir uns alle in einer kleinen Hütte um eine Feuerstelle versammelt und haben Würstchen und Marshmallows über dem Feuer geröstet. Es war mein erstes Mal, dass ich einen Marshmallow über einem Feuer gegrillt habe und es war richtig lecker. Dazu gab es leckere Saftpäckchen zum Trinken bevor wir dann zurück zur Schule gelaufen sind.
Wir durften auch zum ‚Abschlussball‘ der älteren Jahrgangsstufe mitgehen, bei dem sie viele traditionelle finnische Tänze getanzt haben. Diese waren sehr lebendig und sehr schön anzusehen. Die Kleider der Mädchen waren auch sehr schön und dazu unterschieden sie sich auch sehr voneinander. Von schlicht eleganten schwarzen Kleidern über ausdrucksstarke rote Kleider bis hin zu rosa, mit Glitzer verzierten Prinzessinnenkleidern war alles dabei und sie waren bezaubernd. Nach den traditionellen finnischen Tänzen haben die Mädchen und die Jungen jeweils drei TikTok Tänze getanzt, die kürzlich im Trend waren, was dem Ganzen meiner Meinung nach eine persönliche eher lockere Note gegeben hat.
All die Ausflüge, die wir machen durften, waren so schön und ich bin dankbar, dass sich die Finnen so viel Mühe für uns gegeben haben, das alles möglich zu machen!
Bericht von Finja Riemer, 10a
Unser Abschlussabend mit den Partnerschülern
Am Ende der Woche in Haapavesi haben wir uns alle nochmal versammelt, um zusammen Spaß zu haben und nach der gelungenen Schulwoche einen schönen letzten Abend zu verbringen mit Karaoke, Billiard, Air-Hockey, Tischfußball und einer Boxing Maschine. Dazu gab es auch Pizza, die wir schon vorbestellt hatten und die von unserer Partnerschule selbst zubereitet wurde. Überraschend für uns war, dass in Finnland sehr oft Ananas auf der Pizza gegessen wird. Ich selbst habe mit Luan, Aleks und Ossi Billiard, Tischfußball und Air-Hockey gespielt. Etwas Karaoke und die Boxing Maschine haben wir, wie die meisten anderen, auch ausprobiert. Für Abschlussabend hatten wir alle landestypische Leckereien mitgebracht, über die sich unsere Gruppe nach dem Pizzaessen hergemacht hat, wobei die typisch finnischen Lakritze uns Deutschen nicht unbedingt geschmeckt haben. „Mämmi“ war auch ein interessanter finnischer Oster-Snack bei dem Luan direkt ein etwas unappetitliches Bild in den Kopf bekam. Er meinte, es sieht aus wie *****. Womit er aber nicht gerechnet hatte war, dass der finnische Englischlehrer auch ein bisschen Deutsch konnte. Der Lehrer sah es aber locker, irgendwo hatte Luan ja auch ein bisschen recht damit.
Als sich das Treffen dem Ende zuneigte und Nuppu uns noch Abschiedsgeschenke überreichte, sind dann doch noch ein paar Tränen bei Vielen geflossen. Für Luan und mich war der Abend aber zum Glück noch nicht zu Ende, da wir noch mit einer kleinen, mittlerweile eingeschworenen deutsch-finnischen Gruppe in den nahegelegenen Supermarkt gingen.
Bericht von Marc Szebeny, 10a



























